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Lamu Stadt
Unsere erste Heimat in Kenia, als Familie mit zwei kleinen Kindern, wurde die Insel Lamu nördlich von Mombasa gelegen.Diese
friedliche, Jahrhunderte alte Afro-Arabische Siedlung ist ein Zentrum der hoch entwickelten Swaheli Kultur, unter anderen herausragenden
Leistungen berühmt für eine hervorragenden Küche.
Ich hatte das Privileg in einige ihre Geheimnisse eingeweiht zu werden, von Frauen wie Mama Khadija und Mama Abdulla, hervorragende
Köchinnen, die auf ihren einfachen Holzkohlen Jikos mit nur basischem Werkzeug und leichten Aluminium Töpfen (Sufuria) wahre
Wunderwerke der Kochkunst produzierten!
Nach einigen Jahren in Lamu hatte mich die Gastronomie wieder und zwar als Executive Chef im neu zu eröffnenden Golden Beach Hotel
südlich von Mombasa - es war eine sehr Afrikanische und abenteuerliche Eröffnung. Ich trat meinen Dienst am Freitag an, am Samstag
sollten die ersten 180 italienischen Touristen eintreffen, am Hintereingang wurden noch wild aussehende Gesellen als Küchen Personal
eingestellt... und die geräumige Küche? Die Küche war leer! Kein Ofen, kein Tisch, nichts! Die ganze importierte hochmoderne
Ausrüstung lag noch unabgefertigt im Hafen.

Mombasa Büffet
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Mein Improvisations-Talent war gefragt und am Sonntag nach dem Mittagsbüffet wurde ich von 180 spärlich bekleideten Italienern
enthusiastisch beklatscht, nach dem man mich in den Speiseraum gerufen hatte.
Nach 6 Monaten nahm ich mit Vergnügen ein Angebot als Küchenchef in Kenias angesehenstem und zweitgrößtem Strand Hotel,
dem Nyali Beach Hotel an. Hier war ich verantwortlich für zwei à la carte Restaurants, zwei Snack Bars, einen großen
Speisesaal, Bankettservice und Partyservice. Die Küchenbrigarde umfasste 60 Mann plus 4 Sous Chefs. Nun hatte ich Gelegenheit viele
meiner Ideen in die Praxis umzusetzen und zur großen Freude der Gäste, auch landestypische Gerichte und Produkte zu servieren.

Swahili Meeresfrüchte-Büffet
Dies brachte mich jedoch schnell auf Kollisionskurs mit der überwiegend afrikanischen Geschäftsführung, die mich ermahnten das
Servieren "solcher Gerichte" schleunigst zu unterlassen, da ich damit das Ansehen und die Würde des Hotels untergrabe. Doch auf
Drängen der Gäste blieben dann "solche Gerichte" weiterhin Teil des Speiseplans.
Es war damals in internationalen Touristen Hotels absolut unüblich, in Afrika auch typisch afrikanische Speisen und Produkte anzubieten!
Der Gast wurde hauptsächlich mit pseudo-französischer Küche, Pasta, Schnitzel, Sauerkraut und ähnlichem beglückt.
Das hat sich geändert und ich sehe mit Freude, dass die meisten Hotels nun auch wenigstens einmal die Woche typisch afrikanische Gerichte
anbieten.

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