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Mit dem neuem Millenium vor der Türe kehrte ich nach Deutschland zurück, doch diesmal nicht als unbeschwerter Besucher, sondern
um mir und meiner Familie eine neue Existenz aufzubauen.

Innerhalb kürzester Zeit hatte ich eine Arbeitsstelle in einem Restaurant, das Balkangerichte servierte, und erneuerte somit meine
Verbindung zu einer Küche, die ich vor fast 20 Jahren in Afrika eingeführt hatte.
Wieder einmal also Cevapcici als Wegbereiter zu einem neuen Anfang!
Nun konnte ich mich aus der Warte eines "Insiders" erst einmal in der für mich neuen Gastronomischen Szene umschauen. Auffallend war,
dass die gute alte deutsche Gastwirtschaft offensichtlich zu den vielen aussterbenden Spezies unseres Planeten gehörte, das
Straßenbild ist dominiert von Fast Food und Nationalitäten-Restaurants, doch in den Medien und Werbung beherrscht die gehobene
und Sterne-Küche die Gemüter und das Credo scheint: dass einfach nur gut zu essen vulgär geworden ist, denn der moderne
Mensch als geborener Feinschmecker, der schlemmt, genießt, und hat sich mit ausgefallen neuen Höhepunkten der Ideenküche
zu verwöhnen.
Bombastische Namen und oftmals bizarre immer gewagtere Kombinationen verbergen häufig nur kulinarische Nichtigkeiten auf dem Teller.

Die Catering Speisekarten scheinen beherrscht von Völlerei-Menüs nach dem Motto je größer die Auswahl und je kostbarer
die Zutaten, um so köstlicher und vornehmer das Essen.
Speisepläne, ausgelegt für 10 Personen, mit über 40 verschiedenen Einzelheiten sind keine Seltenheit, und man fragt sich
wie "geschult" muss ein Gaumen sein, der in diesem Sammelsurium der Geschmäcker auf seinem Teller noch Harmonie findet.
Die verwirrende Auswahl führt logischerweise auch zu einer Über- produktion, da von allem genügend vorhanden sein muss, und
damit zu einer enormen Verschwendung von Nahrungsmitteln.

Klassisches Weihnachtsbuffet
Matschiger, mit Antibiotika angereicherter und mit Karotin gefärbter Zucht-Räucherlachs oder Schweinefillets ohne Eigengeschmack
sind schon fast zum Grundnahrungsmittel der Konsumgesellschaft avanciert und dürfen auf keinem Büffet in großen
Mengen fehlen.
Doch zeichnet sich nicht gerade das Spezielle, das Kostbare dadurch aus, dass es selten ist?
Von "Meisterhand" zubereitete Convenience-Nahrung nach "original Oma`s Rezept" wie es die Werbung uns verspricht, mit Unmengen von
Geschmackverstärkern und zungen- brecherischen E-Nummern angereichert, seines eigentlichen Geschmacks beraubt, wird aus gigantischen
Koch- und Back-Robotern "frisch" und "natürlich" auf unseren Tisch gelegt, ohne vielleicht jemals von eines Menschen Hand berührt
worden zu sein.

Afrikanische Dekoration beim African Food Festival
Natürliche frische Küche wird uns fast auf jeder Speisekarte versprochen, doch in Wirklichkeit mit wenigen Ausnahmen
hauptsächlich in kostspieligen Gourmet-Tempeln von Meisterköchen mit dem Status von Filmstars zelebriert.
Die einfache, würdige, natürliche Küche Afrikas, die ich in meinem Gepäck mitgebracht hatte, schien in diesem
Umfeld keine Chancen zu haben ...doch ich täuschte mich!
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Nach einigen Monaten wechselte ich die Arbeit und wurde Küchenchef in einem Familienhotel in Stuttgart-Vaihingen. Hier gab man
mir die Möglichkeit viele meiner Ideen in die Praxis umzusetzen, was schon bald zu neuen Gästen führte, die diese Art
der Küche zu schätzen lernen und besonders während der African Food Festivals voll auf Ihre Kosten kommen sollten.
In meinem ersten Jahr waren wir mit einem Essensstand auf dem Vaihinger Weihnachtsmarkt vertreten, mit dem Thema:
Auch in Afrika ist Weihnacht!
Wir servierten typisch ostafrikanisches "street food" wie: Mishkaki (Tamarind marinierte Fleischspießchen),
Mombasa Kuku (Hähnchen in Kokos Kruste), Bhajia (die "pommes des Südens"), Kabab, eine frittierte
Kartoffel und Fleisch-Krokette mit Kokosnuss-Chutney und Avocado Katchumbari.

Zeitungsausschnitt, Stuttgart 2000
Die Gerichte kamen sehr gut an und der Nachfragen, wo man denn diese auch zu anderen Zeiten bekommen könnte, waren viele. So
wurde die Idee des African Food Festivals und einer Afro-Schwäbischen Speisekarte geboren.
Das Festival entpuppte sich als so populär, dass es über die nächsten zwei Jahre ein regulärer Event wurde und
auch die Speisekarte fand großen Zuspruch.

Um etwas an Afrika zurückzugeben, ging ein bestimmter Teil des Umsatzes an ein Heim für Straßenkinder in Nairobi/Kenia
namens Shangilia mtoto wa Africa (Jauchze, Kind Afrikas). Auch die Gäste spendeten ebenfalls sehr großzügig für
den noblen Zweck.

Wilko im Kinderheim Shangilia mtoto wa Africa
Sollten Sie sich für dieses Projekt der
Hilfsorganisation Cap Anamur, das mir auf Grund
meines Hintergrunds sehr ans Herz gewachsen ist und das ich auch mit zukünftigen Spendenaktionen unterstützen werde,
genauer interessieren, finden Sie weitere Informationen dazu auf den offiziellen Seiten der Organisation mit detaillierter
Projektbeschreibung.

[Einfach bei Projekten "Kenia-Shangilia" wählen]

Nach einiger Zeit und dem Aufbau eines erfolgreichen Partyservices, wechselte ich als Küchenchef
zu einem Cateringunternehmen, wo ich verantwortlich war für den Bankettservice in der Filderhalle
Leinfelden, einschließlich dem populärem Restaurant Fill mit über 100 Sitzplätzen, sowie einem florierenden
Partyservice und Event Catering.

Die African Food Festivals (Ngoma Afrika) wurden im Restaurant Fill erfolgreich weitergeführt, auch hier
mit begeisterten Gästen und ebenfalls mit Spenden für den "sufuria tupu" ("Leerer Topf") des Shangilia
Mtoto Kinderheims in Nairobi
Nach vier Jahren Großcatering, dampfenden Konvektomaten und Tonnen Convinience Food beginnt ein neues Abenteuer - Safari in die
Selbständigkeit!
Seither betreibt Wilko einen Partyservice mit afrikanischen Spezialitäten in Stuttgart.
www.Afro Gastro.de
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